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 Die [Kürassierkaserne ]
im Wandel der Zeit

 

 

Bildinfo: Historisches2
Die Geschichte Pasewalks ist seit Jahrhunderten vom Militär und von kriegerischen Auseinandersetzungen bestimmt. Über 200 Jahre lang gehörten berittene Soldaten fest zum Stadtbild von Pasewalk. Nachdem die Bürger im   18. Jahrhundert zunächst im Rahmen ihrer Naturalabgaben auch die Soldaten in der Stadt zu beherbergen und zu versorgen hatten, zahlte man für die Unterbringung im 19. Jahrhundert den so genannten "Servis" - das Quartiergeld. Die Kammer der Soldaten befand sich jedoch nicht selten neben dem Abort und den Stallungen auf dem Hof.

 

[Kürassier-Regiment Königin 1717 - 1919]
                 Bildinfo: Ansbach-Bayreuth-Dragoner Marsch

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden so genannte Kasernements, zentrale Kleinquartiere für Soldaten und Pferde. Neben dem Kasernement von Lefèfre und dem Iwanschen Kasernement gab es zu dieser Zeit neun weitere Unterkünfte in Pasewalk. Obwohl es so möglich war, die schlimmsten Missstände bei der Unterbringung aus der Welt zu schaffen, erwies sich diese Praxis nicht als zufriedenstellend, zumal 1874 die Gebäude mangels Instandhaltungsarbeiten immer weiter verfielen. Vor diesem Hintergrund begannen im Spätsommer 1879 die Arbeiten für die Fundamente einer neuen Wohnkaserne, die im Herbst 1882 zunächst von vier Schwadronen bezogen wurde, während die fünfte Schwadron zunächst im Bürgerquartier verblieb.

Bildinfo: Historisches
Das Gebäude aus rotem Backstein nahm gotische Stilelemente auf und versuchte so, die Monotonie größerer Zweckbauten so weit wie möglich zu vermeiden. Die Kaserne war über 500 Soldaten eine Heimstatt. Die den Hof umschließenden Stallungen boten Platz für knapp 600 Pferde. Dabei wurde der Unterbringung von Mensch und Tier gleichermaßen große Sorgfalt zuteil. Eine Küche mit einer Kapazität für 600 Mann, eine Duschbade-Einrichtung, tiefe Frischwasserbrunnen und Reparaturwerkstätten im Hause sowie benachbarte Reit- und Schießbahnen stellten nun eine angemessene Unterbringung der Soldaten sicher. Erst weit nach dem Ersten Weltkrieg, nämlich im Jahre 1927, mussten die in der modernen Kriegsführung obsolet gewordenen Reiter ihre Lanzen abgeben.

1934 bezog eine Nachrichtenabteilung in der Kürassierkaserne Quartier. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Kaserne unversehrt. Bei Annäherung der russischen Soldaten räumte die Wehrmacht das Gebäude, das sofort von der Roten Armee bezogen wurde.

Dieser folgte 1952 die Kasernierte Volkspolizei (KVP), aus der schließlich die Nationale Volksarmee (NVA) entstand. Nach der Wende übernahm die Bundeswehr den Gebäudekomplex, der am 1. November 1992 an das Bundesvermögensamt übergeben und anschließend geräumt wurde. Nach der Kreisgebietsreform 1994 besaß der neu entstandene Landkreis Uecker-Randow neun verschiedene Verwaltungsgebäude - für den Bürger und Steuerzahler als auch für die Mitarbeiter eine Zumutung. Gleichzeitig verfiel die ehemalige Kürassierkaserne zusehends, da bereits zu DDR-Zeiten wesentliche Instandhaltungsmaßnahmen unterblieben waren und seit dem Leerzug nicht mehr geheizt wurde. Vor allem das marode Dach hatte Wasserschäden in beträchtlichem Umfange nach sich gezogen.

Bildinfo: Historisches U - Kulturforum
Bildinfo: Landratsamt6
Am 4. Juni 1994 beschloss der Kreistag, die ehemalige Kaserne sanieren und zum Verwaltungsgebäude umbauen zu lassen. Im Jahre 1997 begannen die Bauarbeiten. Nach nur neunmonatiger Bauzeit konnte die ehemalige Kürassierkaserne als Landratsamt im Dezember ihrer neuen Bestimmung übergeben werden.

Fassade und Foyer des Haupthauses (ehemalige Wohnkaserne) wurden entsprechend den Bestimmungen des Denkmalschutzes erhalten. Heute trägt die Kürassierkaserne auf diese Weise wesentlich zum Stadtbild von Pasewalk bei.


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